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Freiheitsbund Berlin 1951-2008

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Nach den schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und infolge permanenter Auseinandersetzungen mit der KPD/NKWD, fassten Sozialdemokraten und Gewerkschafter den Entschluss, eine neue politische Kampforganisation zu gründen. Vor dem Hintergrund der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED sowie massiver Störungen der freien Wahlen in den Westsektoren durch kommunistische Kader, waren sie bestrebt, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Doch was in West-Deutschland problemlos möglich war – die Wiedergründung des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ –, gestaltete sich in West-Berlin als bedeutend schwieriger: Laut Alliierten-Statut war eine Vereinsgründung mit dem Namen „Reich-“ untersagt.

So schufen sie 1951 den „Freiheitsbund Berlin“, der als kooptiertes Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wahl- und stimmberechtigt war. Durch das ausgeprägte Geschichtsverständnis seiner Unterstützer sowie dem unbedingten Willen, das Freie Berlin vor der sowjetischen Propaganda und Einflussnahme zu schützen, war der Freiheitsbund bald Teil des gesellschaftlichen Lebens. Auch hinsichtlich der NS-Aufarbeitung galt der Verein als vorbildlich: Wehret den Anfängen!, war sein Motto.

Fahnenträger

Fahnenträger

Die Mitglieder betätigten sich nicht nur der politischen Agitation: Demokratische Aufklärung und Bildungsarbeit gehörten ebenso zum Vereinsleben, wie sportliche Leibesertüchtigung. Ab 1953 trat man zu Schutz von Veranstaltungen und bei Aufmärschen in „Sportbekleidung“ (Anmerkung: Uniform) auf.

Mit dem Berliner Mauerbau 1961 und der fortwährenden Teilung der Stadt veränderten sich die Aktivitäten unter dem Status Quo zusehends: Austausch und Störversuche der Gegner wurden unmöglich. Die Traditionspflege rückte in den Mittelpunkt und viele Mitglieder traten zusätzlich in die Freiwillige Polizeireserve ein. Die mittlerweile gefestigten staatlichen Institutionen übernahmen weitreichende Aufgaben und halfen, die West-Berliner Demokratie zu schützen.

Belegt sind jedoch einige Fälle, in denen die Staatssicherheit der DDR gezielte Versuche unternahm, den Verein und seine Unterstützer auszuspionieren, um an Informationen zu gelangen.

Mit der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 büßte der Freiheitsbund weitgehend an Bedeutung ein – dies lag auch an der Altersstruktur seiner Mitglieder. Erst im Jahr 2008 fanden sich junge Demokratinnen und Demokraten zusammen, um an die Tradition anzuknüpfen: Am 22. Februar 2008 wurde der Freiheitsbund Berlin revitalisiert und als Landesverband Berlin-Brandenburg wieder vollständig ins Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold integriert.